In diesem Video lernst du, wie du eine Projektvorlage aus der Komponentenbibliothek in einem echten Kundenprojekt einsetzt. Während das vorherige Video den Aufbau der Vorlage behandelt hat, geht es jetzt um die praktische Anwendung – vom Import über die Anforderungsaufnahme bis zur Versionierung.
Der Einstieg erfolgt über den Configuration-Tab im Einzelprojekt. Im Project Tree importierst du eine Component aus der Bibliothek – mit einem Klick steht die komplette Struktur bereit. Wichtig: Es handelt sich um eine Kopie, die du frei anpassen kannst, ohne das Original in der Bibliothek zu verändern. Du kannst auch mehrere Components importieren, wenn dein Projekt verschiedene Leistungsbereiche abdeckt.
Besonders wertvoll ist die strukturierte Anforderungsaufnahme mit dem Kunden. Du gehst die Fragen der Vorlage gemeinsam durch, und Leadtime protokolliert alles automatisch. Multiplier berechnen Aufwände dynamisch – zum Beispiel 4 Teilnehmer mal 2 Stunden ergibt 8 Stunden Kickoff-Aufwand. Die im Vorfeld definierten Conditions sorgen dafür, dass sich der Projektbaum automatisch an die Kundenantworten anpasst: Wird E-Commerce nicht benötigt, bleibt das WooCommerce-Paket verborgen. Ändert der Kunde seine Meinung, erscheint es sofort mit allen Folgefragen.
Im Products-Bereich verknüpfst du Produkte aus deinem Katalog – manuell oder automatisch über Conditions. Alle Preise, Varianten und Abrechnungsmodelle fließen direkt in die Kalkulation und spätere Abrechnung. Aus den konfigurierten Arbeitspaketen erstellst du per Klick Tickets für dein Team – einzeln oder gebündelt auf Epic- oder Component-Ebene. Checklisten-Aufgaben kannst du sogar an den Kunden delegieren, ohne dass dieser deine interne Planung sieht.
Die Versionierung sichert jeden Projektstand ab. Vor jedem Angebot erstellst du eine Version, die automatisch dokumentiert, was sich geändert hat. So bleibt jeder Scope nachvollziehbar, und bei Verhandlungen kannst du verschiedene Varianten vergleichen. Für Sonderprojekte ohne Vorlage baust du Components direkt im Projekt – und kannst bewährte Strukturen über "Export to Library" für zukünftige Projekte zurückschreiben. So wird jedes Projekt zur Lernquelle für bessere Vorlagen.
Im letzten Video hast du eine vollständige Projektvorlage in der Komponentenbibliothek gebaut. Mit Epics, Arbeitspaketen, Fragebögen, Conditions und Test Suites. Jetzt kommt der entscheidende Schritt: Du setzt diese Vorlage in einem echten Kundenprojekt ein. Wir gehen gemeinsam durch, wie du die Vorlage importierst, Anforderungen mit dem Kunden aufnimmst, Produkte zuweist, Tickets erstellst und das Ganze sauber versionierst.
Ich öffne mein Einzelprojekt und navigiere zum Configuration-Tab, dann zum Project Tree. Der Baum ist leer. Genau hier startet jede Projektplanung.
Ich habe zwei Möglichkeiten: Ich kann eine Component aus der Bibliothek importieren, oder ich erstelle eine direkt hier im Projekt. Für standardisierbare Projekte ist der Import der richtige Weg.
Ich klicke auf "Import from Library" und wähle unsere Vorlage "WordPress Website Development" aus, die wir im letzten Video gebaut haben. Ein Klick, und die gesamte Struktur erscheint im Projektbaum. Alle Epics, alle Arbeitspakete, alle Fragebögen, alle Conditions, alles ist da.
Wichtig: Das ist eine vollständige Kopie. Alles, was ich hier im Projekt ändere, hat keinen Einfluss auf das Original in der Bibliothek. Ich kann also frei anpassen, ohne etwas kaputtzumachen.
Wenn dein Projekt mehrere Leistungsbereiche abdeckt, kannst du auch mehrere Components importieren. Zum Beispiel eine für die Website-Entwicklung und eine zweite für das SEO-Setup.
Jetzt wird es konkret. Nehmen wir an, die Bäckerei Müller möchte einen Website-Relaunch. Ich habe das Projekt angelegt, die Vorlage importiert, und jetzt gehe ich die Fragen mit dem Kunden durch.
Ich öffne das erste Arbeitspaket "Run Kickoff Meeting" und sehe die Fragen, die wir in der Vorlage hinterlegt haben. Wer ist der Projektleiter? Ich wähle eine Person aus meinem Team. Wer kümmert sich ums Hosting? Radio Button: "We handle hosting". Braucht die Website E-Commerce-Funktionen? Nein, die Bäckerei Müller verkauft nicht online. Wie viele Sprachen? Nur eine.
Und dann der Multiplier: Wie viele Personen nehmen am Kickoff teil? Ich trage 4 ein. Leadtime rechnet automatisch: 4 Personen mal 2 Stunden ergibt 8 Stunden Aufwand für das Kickoff-Meeting.
Das Schöne daran: Du sitzt mit dem Kunden zusammen, gehst die Fragen durch, und Leadtime protokolliert alles strukturiert. Kein Nacharbeiten von Meeting-Notizen, keine vergessenen Anforderungen.
Jetzt passiert etwas Spannendes. Durch die Antworten verändert sich der Projektbaum automatisch.
E-Commerce? Nein. Also bleibt das WooCommerce-Paket verborgen. Es taucht gar nicht erst auf. Sprachen? Nur eine. Also kein WPML-Konfigurationspaket.
Stell dir jetzt vor, die Bäckerei Müller sagt im Gespräch: "Eigentlich bräuchten wir doch einen kleinen Online-Shop für unsere Torten-Bestellungen." Du änderst die Antwort auf Ja, und sofort erscheint das WooCommerce-Paket im Baum. Dazu die Folgefrage: Welche Shop-Funktionen werden benötigt? Und der Aufwand passt sich automatisch an.
Der Scope formt sich durch die Antworten des Kunden. Du musst nichts manuell zusammenbauen. Die Conditions, die du in der Vorlage definiert hast, erledigen das.
Neben dem Projektbaum gibt es im Configuration-Tab auch den Products-Bereich. Hier verknüpfst du Produkte aus deinem Katalog mit dem Projekt.
Ich wechsle zum Products-Tab und füge die relevanten Produkte hinzu. Zum Beispiel "WordPress Hosting" als wiederkehrendes Produkt mit monatlicher Abrechnung. Oder "Premium Theme Lizenz" als Einmalposition.
Manche Produkte werden auch über Conditions automatisch aktiviert. Erinnere dich: In der Vorlage hatten wir definiert, dass bei einem Fotoshooting automatisch das Produkt "Fotoshooting-Tag" benötigt wird. Wenn der Kunde die entsprechende Frage mit Ja beantwortet, erscheint das Produkt automatisch in der Produktliste.
Alle Produkte mit Preisen, Varianten und Abrechnungsmodell sind jetzt Teil des Projekts. Sie fließen direkt in die Kalkulation, ins Angebot und später in die Abrechnung.
Der Projektbaum ist konfiguriert, die Anforderungen sind aufgenommen. Jetzt geht es in die Umsetzung.
Bei jedem Arbeitspaket gibt es in der rechten Spalte den Button "Create Task". Ein Klick, und aus dem Arbeitspaket wird ein Ticket. Das Ticket enthält automatisch alle Informationen: Beschreibung, Aufwand, die Antworten aus dem Fragebogen. Dein Team bekommt ein fertiges Briefing.
Noch effizienter: Ich kann auf Epic-Ebene oder sogar auf Component-Ebene "Create Tasks" klicken. Dann werden alle Arbeitspakete auf einen Schlag zu Tickets. Nur die, für die noch kein Ticket existiert.
Und hier kommt ein besonders cleveres Feature: Checklisten. Erinnerst du dich an die Checkliste "Kickoff Preparation" mit den Aufgaben für den Kunden? Diese To-Dos können als Tickets an den Kunden delegiert werden. Der Kunde arbeitet im Ticketsystem, hakt seine Aufgaben ab, lädt Materialien hoch. Aber er sieht nie den Projektbaum oder deine interne Planung. Saubere Trennung.
Jetzt zu einem Feature, das in der Praxis extrem wertvoll ist: die Versionierung.
Sobald du etwas am Projekt änderst, erscheint der Hinweis "Not saved". Das bedeutet: Der aktuelle Stand ist noch nicht als Version gespeichert. Du musst nicht nach jeder kleinen Änderung speichern, aber vor jedem Angebot oder Kundendokument solltest du eine Version erstellen.
Ich klicke auf "Create Version" und gebe einen Titel ein, zum Beispiel "Nach Kickoff-Meeting mit Bäckerei Müller". Leadtime generiert automatisch eine Beschreibung, die zeigt, was sich seit der letzten Version geändert hat.
Warum ist das wichtig? Wenn du ein Angebot erstellst, referenziert es eine bestimmte Version. Der Kunde unterschreibt Version 3. Wenn sich danach der Scope ändert, erstellst du Version 4 und ein neues Angebot. Alles ist nachvollziehbar. Kein "Aber das stand doch anders im Angebot".
Du kannst jederzeit zwischen Versionen wechseln, ältere Stände ansehen und sogar Varianten auf Basis einer früheren Version erstellen. Das ist Gold wert bei Verhandlungen oder wenn der Kunde verschiedene Optionen vergleichen möchte.
Nicht jedes Projekt passt in eine Vorlage. Manchmal hast du ein Sonderprojekt, das es so nur einmal gibt.
Dafür kannst du Components direkt im Projektbaum erstellen, ohne den Umweg über die Bibliothek. Du klickst auf "Create new" und baust deine Struktur genau für dieses Projekt.
Und hier schließt sich der Kreis: Wenn du während eines Projekts merkst, dass eine Component so gut funktioniert, dass du sie wiederverwenden möchtest, nutzt du "Export to Library" im Kontextmenü. Die angepasste Component wird in die Bibliothek geschrieben und steht ab sofort für alle zukünftigen Projekte zur Verfügung.
Das ist ein lernendes System. Jedes Projekt macht deine Vorlagen besser. Lessons Learned fließen direkt in die Bibliothek zurück.
Dein Projektbaum ist jetzt komplett konfiguriert. Scope definiert, Aufwand berechnet, Produkte zugewiesen, Tickets bereit für dein Team. Alles sauber versioniert.
Im nächsten Video zeige ich dir, wie du aus diesem konfigurierten Projekt ein formelles Angebot erstellst. Mit Positionen, Rabatten und einem professionellen Dokument für deinen Kunden.